Markus Zusak – Die Bücherdiebin

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Markus Zusak – Die Bücherdiebin

Klappentext
Im Alter von neun Jahren hat Liesel schon vieles verloren. Ihren Vater, einen Kommunisten. Ihre Mutter, die ständig krank war. Ihren Bruder Werner – auf der Fahrt nach Molching zu den Pflegeeltern. Als der Bruder stirbt, gerät sie zum ersten Mal ins Blickfeld des Todes. Und sie stiehlt ihr erstes Buch – ein kleiner, aber folgenreicher Ausgleich für die erlittenen Verluste. Dann stiehlt sie weitere Bücher. Äpfel und Kartoffeln. Das Herz von Rudi. Das von Hans und Rosa Hubermann. Das von Max. Und das des Todes. Denn selbst der Tod hat ein Herz.Rezension
Manchmal kauft man Bücher, einfach, weil einen der Titel anspricht. Zugegeben, ich hatte mich zuvor nie mit diesem Bestseller und seinem Inhalt beschäftigt. Was denkt man von einer Geschichte, die sich hinter dem Titel „Die Bücherdiebin“ verbirgt? Richtig. Man stellt sich vor, es handle sich um ein Mädchen, eine junge Frau, die Bücher stiehlt. Genau dies tut Liesel Memminger – in Deutschland, in der Nähe von München. In den Jahren 1939 – 1943. Ein kleines Mädchen zur Zeit des Nationalsozialismus, das zum Schutz vor eben diesem in eine Pflegefamilie gegeben wird, die ihr ein annähernd angenehmes Leben ermöglichen soll.

Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie zwar aus der Ich-Perspektive erzählt wird, jedoch nicht die Protagonistin ihre Sicht der Dinge beschreibt. Der Erzähler in „Die Bücherdiebin“ ist der Tod persönlich. Neben Ereignissen aus Liesel Memmingers Leben beschreibt er auch den Tod verschiedener Menschen, beschreibt seine Empfindungen und schafft es, ab und zu das Mitleid des Lesers zu erhaschen. Eine Geschichte des zweiten Weltkriegs aus der Perspektive des Todes, der so viele Menschen mit sich genommen hat.

Dieser Roman geht aus vielen verschiedenen Gründen nahe: Nicht nur der Schauplatz der Geschichte ist ein besonderer, auch jeder Charakter für sich ist interessant und wird sogleich ins Herz des Lesers geschlossen – sogar die recht grobe Pflegemutter Rosa, die ein recht loses Mundwerk besitzt. Regelmäßig werden Charaktere und Erzählung von historischen Ereignissen im wahrsten Sinne des Wortes erschüttert. Der Tod hat eine sehr metaphorische Erzählweise – und seine Randbemerkungen erleichtern das Verständnis und Lesen des Romans.

Fazit
Eine Geschichte, die mich für lange Zeit sprachlos gemacht hat. Eine Geschichte, die mich dazu gebracht hat, ein weiteres Mal über die Grausamkeit von Krieg nachzudenken. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, auch Lesern, die kein großes Interesse an geschichtlichen Ereignissen zeigen, denn allein‘ für die außergewöhnliche Erzählperspektive lohnt es sich, einen Blick in die Geschichte von Liesel zu werfen.

Die Bücherdiebin erschien am 27. Februar 2008 im Verlag cbj unter der ISBN: 978-3570132746. Neugierig? Dann kaufe das Buch hier bei der Verlagsgruppe Random House.

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