Nina LaCour – Ich werde immer da sein, wo du auch bist

wodubist

Inhaltsangabe
Caitlins beste Freundin Ingrid hat sich das Leben genommen. Daraufhin stürzt Caitlin selbst in ein tiefes Loch, denn sie gibt sich nicht nur teils selbst die Schuld an dem Selbstmord ihrer Freundin, sondern fühlt sich ohne sie verloren. Immer und immer wieder holen sie die Erinnerungen an Ingrid ein. Immer und immer wieder erinnert sie sich an die Zeichen, die Warnungen. Hätte Caitlin wissen müssen, dass ihre Freundin plant, sich die Pulsadern aufzuschneiden? Hätte sie das alles verhindern können? Doch in ihrer Trauer macht sie in einem Zimmer eine wichtige Entdeckung – und lernt, Abschied zu nehmen.

Rezension
Spätestens seit Jay Ashers Tote Mädchen Lügen Nicht sind Bücher, die sich mit dem Suizid jugendlicher Mädchen befassen, populär geworden. Auch Ich werde immer da sein, wo du auch bist ist eines dieser Werke. Hier hat sich die betroffene Ingrid jedoch nicht aus Gründen der Diskriminierung umgebracht, sondern sie ist krank: Sie leidet unter einer klinischen Depression. Zwar nimmt Ingrid Medikamente gegen ihre Krankheit, doch diese schlagen nicht an. Ingrid sieht keinen Ausweg mehr und weiß, dass ihr nichts und niemand helfen kann. Ich werde immer da sein, wo du auch bist erzählt nicht die Geschichte des Selbstmord an sich, sondern von der Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen – und von dem Wiederfinden des Glücks im eigenen Leben.

Der Start des Romans war holprig. Durch ihre Trauer ist die sechzehnjährige Caitlin anfangs ein schwieriger Charakter, abweisend und lustlos am Leben. Sie ist nicht nur Protagonistin, sondern auch die Ich-Erzählerin. Somit ist es ein leichtes, in ihre Gefühlswelt abzutauchen und sich in sie hineinzuversetzen – ganz gleich, ob man dies möchte oder nicht. Gerade zu Beginn macht Caitlin einen sehr unsympathischen Eindruck, geht jedem Versuch, wieder zurück in ihr Leben zu finden, aus dem Weg und behandelt jeden Menschen, der ihr gutes möchte, respektlos und kalt. Erst im Laufe der Geschichte, während sie immer mehr Einblick in Ingrids Leben und Krankheit erhält, lernt man die Protagonistin wirklich zu schätzen…

… anders als den abgehackten Schreibstil der Autorin. Die Sätze sind meist kurz und bündig. An vielen Stellen hätte man Verbindungselemente einbauen können, die das Ganze flüssiger gestaltet hätten. Der Schreibstil hat mich besonders am Anfang davon abgehalten, mich mit der Geschichte anfreunden zu wollen, lediglich das Interesse an der Thematik Suizid und der Fähigkeit, damit umzugehen, haben mich weiterlesen lassen. Ein positiver Aspekt der Gestaltung des Romans ist jedoch die Bildlichkeit – Fotos sind ein wichtiges Motiv. Diese werden sehr genau und detailliert beschrieben. Meist sind sie mit Erinnerungen verbunden, die Caitlin und Ingrid miteinander teilen. Auch auf diese geht Caitlin ein und beschreibt sie fast so, als wäre der Leser selbst anwesend und könnte den beiden Mädchen zusehen.

Fazit
Ich werde immer da sein, wo du auch bist überzeugt – zumindest im Laufe der Zeit und in der Geschichte an sich. Nina LaCour hat eine realistische und verständliche Geschichte über Trauer und Verlust erschaffen, die den Leser gefangen nimmt und emotional nicht loslässt. Wer sich also nicht von gewöhnungsbedürftigen Schreibstilen und zu Beginn unsympathischen Protagonistinnen abschrecken lässt, der findet in diesem Roman eine spannende und emotionale Geschichte über den Weg zurück ins Leben, den man nicht immer allein bestreiten kann.

Ich werde immer da sein, wo du auch bist erschien 2011 im Fischer Verlag unter ISBN: 978-3-596-85413-4. Neugierig? Dann kaufe das Buch hier beim Fischer Verlag.

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